Angriff auf Kühlanlagen: Warum IoT ein eigenes Netz braucht
In der Nacht auf den 12. Oktober haben Angreifer in Frankreich die Steuerung der Kühlanlagen in mehreren hundert Supermärkten übernommen, vor allem bei Intermarché und in den Märkten der U-Gruppe. Die Anlagen wurden aus der Ferne in den Abtaumodus versetzt, Kühlregale erwärmten sich und Ware musste entsorgt werden.
Was bisher bekannt ist
Betroffen sind vor allem Steuerungen des Herstellers Danfoss. Laut Danfoss handelt es sich mehrheitlich um ältere Geräte, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Allein in Frankreich waren über tausend solcher Steuerungen direkt aus dem Internet erreichbar. Laut Medienberichten empfiehlt die französische Cybersecurity-Behörde ANSSI, sie vom Internet zu trennen oder den Zugriff stark einzuschränken. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch offen (Stand 13. Oktober).
Was bedeutet das für KMU?
Auch in Schweizer KMU hängen viele Geräte am Netz, an die bei der IT-Sicherheit niemand denkt. Heizung und Lüftung, Kühlräume, Kameras, Zutrittssysteme oder die Photovoltaik-Anlage. Oft hat sie ein externer Installateur mit Fernzugriff eingerichtet und seither nie aktualisiert. Solche Geräte gehören nicht ins gleiche Netz wie die Arbeitsplätze und schon gar nicht offen ins Internet.
Was Sie jetzt tun sollten
- Inventar machen: Welche Geräte ausser PCs und Handys hängen am Netzwerk, und wer hat Fernzugriff?
- Netz trennen: Steuerungen, Kameras und Gebäudetechnik in ein eigenes VLAN im Netzwerk legen und per Firewall-Regel vom Büronetz abschotten.
- Fernzugriff absichern: Keine offenen Ports ins Internet. Lieferanten greifen nur über VPN und mit eigenem Zugang zu.